E-Mail-Spam
Unter E-Mail-Spam versteht man das, häufig wahllose, Versenden von E-Mail Nachrichten in großen Mengen, wobei die E-Mails oft über einen werbenden Inhalt verfügen und in der Regel nicht vom Empfänger gewünscht sind. Junk, wie Spam auch genannt wird, via E-Mail wurde zu einem großen Problem ab Mitte der 90er Jahre. Das Nachrichtenaufkommen stieg in den folgenden Jahren exponentiell, sodass heute schätzungsweise 95% der E-Mails darauf zurückzuführen sind. Hierbei gibt es wieder verschiedene Formen von Junk. Bei der unverlangten Massen-E-Mail (vom Englischen "Unsolicited Bulk E-Mail", kurz: UBE) werden eine Vielzahl an Nachrichten verschickt, häufig zu Marketing-Zwecken. In diese Kategorie lassen sich aber auch Kettenbriefe oder volksverhetzende E-Mails eingliedern. Zu den unverlangten kommerziellen E-Mails (vom Englischen "Unsolicited Commercial E-Mail", kurz: UCE) versteht man E-Mails mit kommerziellen Inhalten. Hierbei ist ein massenhafter Versand jedoch nicht nötig um von Spam zu sprechen. UCE sind meist dubiose oder scheinbar günstige Angebote, die Sex, Pornographie, Online-Glücksspiel-Casinos, Potenzmittel, Software, Medikamente oder ähnliche Produkte anpreisen.
Eine weitere berühmte Form von E-Mail-Spam wird Backscatter (oder auch: kollateraler Spam) genannt. Diese Art von Spam entsteht hauptsächlich auf zwei verschiedene Arten. Entweder wird Backscatter durch den Empfänger bedingt, welche den Absender einer Spam-Mail Beschwerde-E-Mails oder sogenannte E-Mail-Bomben verschicken, die bewirken sollen, dass das Postfach des Absenders voll wird, oder Backscatter entsteht dadurch, dass E-Mails mit gefälschter Absender-Adresse zunächst vom E-Mail-System des Empfängers angenommen werden, später jedoch eine Unzustellbarkeitsnachricht an den Absender verschickt.
Mittlerweile gibt es bereits Agenturen, die sich darauf spezialisiert haben E-Mail-Adressen zu sammeln, teilweise auch durch Zustimmung der Empfänger, um diese Adressen später mit verschiedenen Kauf-Angeboten zu bewerben. Die größten deutschsprachigen Agenturen auf diesem Gebiet haben über 30 Millionen E-Mail-Adressen in Ihren Datenbanken.
Auch die Politik hat sich mit dem Thema Junk beschäftigt. So ist die Zusendung von E-Mail-Werbung innerhalb der Europäischen Union nicht erlaubt, falls der Empfänger nicht seine Erlaubnis im Voraus dafür abgegeben hat. Die USA und die Schweiz haben Spam sogar prinzipiell komplett verboten. So wurden auch schon erste Spammer inhaftiert. In Australien, dem ersten Land mit Anti-Spam-Gesetz, ist lediglich das Bewerben von politischen Parteien noch erlaubt.